Anbaugebiete

Über die Weinländer Spanien und Portugal

Anbaugebiete

Die Ursprünge des spanischen Weinbaus lassen sich bis ins 2. Jahrhundert v. Chr. Zurückverfolgen. Die Besiedlung durch die Phönizier, die hier etwa um 1900 v.Chr. Fuß fassen, hinterlässt erste Spuren. Mit der griechischen Kolonisierung ab dem 8. Jahrhundert v.Chr. beginnen dann schon konkrete Hinweise auf die systematische Anlage von ausgedehnten Weinbergen. Die Griechen gründeten in der Nähe der Bucht von Rosas in der heutigen Provinz Girona die Stadt Ampurias, womit das heutige nordkatalonische Qualitätsanbaugebiet Emporda-Costa Brava als der eigentliche Ausgangspunkt für die Verbreitung des Weines in Spanien gilt. Reste bedeutender Kelteranlagen finden sich in Katalonien ebenso wie in Navarra und La Rioja. Die Maische wurde in Felswannen vergoren und floss über ebenfalls in den Boden eingelassene Rinnen in Tongefäße. Die Bodega Valentin Pascual in der Rioja stellt noch heute so ihren Rotwein auf diese traditionelle Art her.

Einige Jahrhunderte später gelang es den Römern, den Weinbau zu industrialisieren und die in verschiedenen Provinzen  gekelterten Weine im ganzen Mittelmeerraum zu verbreiten. Nach dem Ende des Römischen Reichs und der Herrschaft der Westgoten duldeten die arabischen Eroberer den Weinanbau ihrer christlichen Untertanen, aber erweiterten ihn nicht. Die Araber destillierten Weingeist zu medizinischen Zwecken, und wenn man die am Hof von Cordoba entstandene Dichtung aufmerksam liest, kommt  die beschwingende Wirkung des Weins immer wieder zur Sprache, was den Rückschluss zulässt, dass man es mit der islamischen Enthaltsamkeit während der der arabischen Herrschaft nicht ganz so genau nahm.

In der Zeit der kriegerischen  Auseinandersetzung zwischen Christen und Arabern bis zur endgültigen Niederlage der Mauren 1492 und der christlichen Reconquista der Iberischen Halbinsel war der Weinbau oft die einzige Bewirtschaftungsform, die die Verwüstungen und Brandschatzungen leidlich überstand, denn die wegen des trockenen Klimas weit auseinander gezogenen Stöcke waren nur schwer  zu vernichten.

Auftakt in Jerez

Als erste Weingebiete von Bedeutung entwickelten Jerez und Malaga im 16. Jahrhundert einen wichtigen Markt über die Grenzen des Landes hinaus. Angelockt durch Steuerprivilegien, siedelten sich die ersten ausländischen Kaufleute in der heutigen Manzanilla-Hauptstadt Sanlucar de Barrameda an. Der sack oder saca, was auf Spanisch Exportware bedeutet, war damals das bevorzugte Getränk am englischen Hof. Ende des 18.Jahrhunderts kam es zu einem erneuten Aufschwung. In dieser Zeit entstehen so berühmter Häuser wie Osborne und Garvey.

Bodegas und Genossenschaften

Im 18. Jahrhundert waren Weingebiete wie um Medina del Campo auf dem Gipfel ihres Ruhms angelangt. Die Stadt zählte zeitweise fast 5000 Bodegas. Mitte des 19. Jahrhunderts begann man in der Rioja die Grundsteine des modernen spanischen Weinbaus zu legen. 1850 wurde der erste „moderne“ Rioja mit Barrique-Ausbau herausgebracht und es wurde das Fundament für eine beeindruckende Erfolgsgeschichte. 1872 gründete Josep Raventos die Schaumweinkellerei Codorniu. Nach 1930 entstanden schließlich die ersten D.O.-Gebiete.

Die Folgen des Bürgerkriegs, der 1939 mit dem Sieg der Franco-Truppen endete, lähmten die spanische Weinwirtschaft. Durch Genossenschaftsneugründungen versuchte man diese Entwicklung in den Griff zu bekommen sowie die riesigen Traubenmengen wirtschaftlicher zu verarbeiten. Somit entstand neben den alteingesessenen großbürgerlichen Bodegas das zweite der beiden Kellermodelle, die noch  heute den Großteil des spanischen Weinmarkts beherrschen.

Um die spanische Weinszene zu verstehen, muss man wissen, dass es unter den Winzern heute nur eine kleine, die eigene Produkte selbst vermarktende Mittelschicht gibt. Berühmte Gebiete wie die D.O.CA. Rioja oder Jerez werden von großen Kellereien beherrscht, den klassischen Bodegas, die über wenig eigene Rebfläche verfügen und sich innerhalb des Gebiets bei vertragsgebundenen Winzern mit Trauben oder auch mit jungen Wein versorgen. Traditionell sahen die Bodegas  ihre Aufgabe neben der Vinifikation vor allem im Holzausbau und in der Flaschenreifung der Weine. Sie erfüllten damit die Wünsche spanischer Weintrinker, die reife Weine von möglichst jedes Jahr gleicher Qualität schätzten. Die großen Bodegas verfügten aufgrund der Anzahl von Holzgebinden über vielfältige Verschnitt-Möglichkeiten, die es den Kellermeistern erlaubten, eine größtmögliche Jahrgangshomogenität zu gewährleisten. Zudem pflegte man eine begrenzte  Menge älteren Weins beizugeben.

Lage: Südwestlich am Fuße der Pyrenäen in der gleichnamigen Provinz

Fläche: 11.300 ha

Klima: atlantische, kontinentale und mediterrane Klimaeinflüsse. Niederschlagsmenge: 400 bis 700 mm im Jahr.

Höhe: 400 bis 700 m

Böden: Drei Bodentypen: Kompakte Kalkböden mit Kieselgestein, Granitsand und Schieferböden (Llicorella)

Rebsorten

Weiß: Viura, Chardonnay, Garnacha Blanca, Moscatel  Grano Menudo, Malvasía, Sauvignon Blanc

Rot: Cabernet Sauvignon, Garnacha Tinta, Graciano, Merlot, Tempranillo, Syrah, Mazuela, Pinot Noir

Geschichte des Weinanbaus in der Rioja

Zahlreiche in den Stein gehauene Gärbecken aus der Römerzeit, die man in der Rioja gefunden hat und heute noch besichtigen kann, lassen darauf schließen, dass das Gebiet schon in der Antike ein Weinanbaugebiet war. Später waren es die Klöster, die den Weinbau förderten und auch über die Qualität wachten. Urkunden und Unterlagen bezeugen, dass der Weinbau bereits schon im frühen Mittelalter betrieben wurde.

Die Pilger, die zu hunderttausenden nach Santiago de Compostela im fernen Galicien zogen, um das Grab des Apostels Jakobus zu besuchen, wurden in den klösterlichen Pilgerherbergen mit dem Rebsaft bewirtet und trugen den Ruhm des Weins aus der Rioja in die damalige Welt hinaus.

Weinbau hatte also für die Region schon immer eine erhebliche Bedeutung, daher schlossen sich die Winzer 1560 zu einem Verband zusammen und einigten sich auf ein einheitliches Brandzeichen für ihre Fässer, um den Ursprung ihres Weins zu garantieren. Der Wein aus der Rioja besaß damals bereits ein gewisses Renommee, und sein Name wurde nicht selten missbraucht, auch wenn das Gebiet bis ins 19. Jahrhundert hinein nicht über taugliche Transportwege zur fernen Küste und zu den großen Städten verfügte. Die ersten Weinfirmen, wie wir sie heute kennen, entstanden erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

Aufschwung mit Barricas

Der eigentliche Aufstieg der Weinregion konnte erst mit der Einführung des Fassausbaus beginnen, der den Wein haltbar machte. Im kleinen Eichenfass ausgebaute Weine waren in der Rioja bis 1862 unbekannt. Im Londoner Exil lernte der Oberst Luciano de Murrieta die Vorzüge der Bordeaux-Weine kennen. Bevor er nach Spanien zurückkehrte, um eine Bodega in der Rioja zu übernehmen, reiste er nach Bordeaux, um dort die Weinbereitung zu studieren. Dann ließ er sich Fässer aus Bilbao kommen, die er zum ersten Mal 1850 befüllte. Er verschiffte einen Teil der 72 Liter fassenden Gebinde nach Kuba und schlug sie zu einem guten Preis los.

Die Nachfrage nach den Weinen aus der Rioja kam aus Bordeaux selbst, das zunächst aufgrund einer schweren Mehltau-Epidemie sowie der Reblauskatastrophe große Ernteausfälle verzeichnete. Wegen der mangelhaften Qualität der traditionellen Riojas, die oft auf dem Transport Schaden nahmen, beschloss die Regierung der Provinz Alava auf Anraten, einen französischen Spezialisten zu engagieren, der einer ausgesuchten Gruppe von Gutsbesitzern das französische Maischungssystem in großen Holzgebinden und den anschließenden Ausbau im kleinen Eichenfass nahebrachte.

Erst nach und nach, beeindruckt von den Erfolgen dieser Weine auf internationalen Weinausstellungen, übernahmen einige Bodegueros diese Technik. In der Folge entstanden in kurzer Zeit viele Weingüter nach französischem Vorbild.

Zahlreiche Franzosen ließen sich in der Rioja nieder, und damit begann die Geschichte eines Weins, der heute Weltruf genießt.

Das Qualitätsstufensystem Spaniens

Die Qualitätsstufen in der DENOMINACIÓN DE ORIGEN CALFICADA (D.O.Ca) Rioja beziehen sich auf die Reifezeit der Weine im Barrique beziehungsweise auf der Weinflasche. Die D.O.Ca. Rioja sieht folgende Kategorien vor:

Vino Joven, der junge Rioja, trägt lediglich die Bezeichnung GARANTIA DE ORIGEN. Dieser Wein, ob weiß, rosado oder rot, kommt schon wenige Monate nach der Lese auf den Markt. Er kann aber durchaus auch einen kurzen Holzausbau erfahren haben.

Crianza-Weine müssen mindestens zwei Jahre in der Bodega reifen, davon ein Jahr im Fass; Weiß- und Rosado-Weine sechs Monate.

Reserva-Weine dürfen die Bodegas erst nach drei Jahren verlassen, von denen sie ein Jahr im Barrique verbringen müssen. Weiße Reservas benötigen sechs Monate im Fass und sechs auf der Flasche. Rosado Reservas werden praktisch nicht mehr angeboten.

Gran Reserva reifen mindestens 24 Monate im Eichenfass und weitere 36 Monate auf der Flasche. Einige traditionelle Bodegas bauen noch weiße Gran Reservas aus, die zu den großen Weißweinen der Welt gehören. Mindestens sechs Monate Eiche und 42 Monate Flasche sind vorgeschrieben.

Diese Qualitätsstufen stehen nur für eine gesetzlich festgelegte Mindestreifzeit. Sehr viele Traditionsbetriebe in der Rioja dehnen die Reifezeit weit über die festgelegten Richtlinien aus, was zu einem sehr individuellen Angebot an großen Weinen im Gebiet führt. Dieses Ausbau- und Qualitätssystem für Tafelweine, das den Verbrauchern trinkreife Tropfen bietet, verbreitet sich von der Rioja aus im ganzen Land. Aber nicht überall gelten die gleichen Ausbauzeiten. Auffallend ist, dass Gebiete mit kühlerem Klima wie Rioja, Navarra und Ribera del Duero zwölf Monate Barrique-Ausbau nachweisen müssen, wenn der Rotwein Crianza Güte haben soll, während in wärmeren Gebieten sechs genügen.

Lage: Südwestlich am Fuße der Pyrenäen in der gleichnamigen Provinz

Fläche: 11.300 ha

Klima: atlantische, kontinentale und mediterrane Klimaeinflüsse. Niederschlagsmenge: 400 bis 700 mm im Jahr.

Höhe: 400 bis 700 m

Böden: Drei Bodentypen: Kompakte Kalkböden mit Kieselgestein, Granitsand und Schieferböden (Llicorella)

Rebsorten

Weiß: Viura, Chardonnay, Garnacha Blanca, Moscatel  Grano Menudo, Malvasía, Sauvignon Blanc

Rot: Cabernet Sauvignon, Garnacha Tinta, Graciano, Merlot, Tempranillo, Syrah, Mazuela, Pinot Noir

Welche Bedeutung der Wein für die Römer in Navarra gehabt haben muss, bezeugt die Kellerei, die man in der Nähe des Dörfchen Funes ausgegraben hat. Die Kapazität der Anlage wird auf etwa 75 000 Liter geschätzt. Im frühen Mittelalter konzentrierte sich die Weinbereitung auf die Klöster, die nach und nach entlang dem Pilgerweg nach Santiago entstanden. Wein und Brot wurden zudem in den Hospitälern an die Hungrigen und Kranken verteilt. Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Agrarzweigs erlangte ihren Höhepunkt, als der Herrschaftsbereich der Könige von Navarra von Bordeaux bis in die Rioja reichte und drei bedeutende Weinzentren einschloss. Damals kamen zum ersten Mal französische Rebsorten in die Region. Bis in die 1980er Jahre war Navarra vor allem für Rosados bekannt, die wie keine anderen Weine den Weinbau dieser Region im Guten wie im Schlechten repräsentierten. Schon im 17. Jahrhundert wurde hier einfacher Rosé gekeltert, aber der echte Rosado ist erst viel später entstanden. Die Dominanz der Rosados ist auf die massiven Garnacha-Pflanzungen nach der Reblauskatastrophe im ersten Viertel des 20.Jahrhunderts zurückzuführen. Daneben erzeugten die besten Bodegas Weine im klassischen Rioja-Stil - schließlich ist ein Teil Navarras als D.O.Ca Rioja klassiert. Um dem Image des angenehmen, aber simplen und günstigen Rosado zu entkommen, gestand die autonome Regierung Rioja ihrem Qualitätsanbaugebiet eine der liberalsten D.O.–Reglementierungen Spaniens zu, welche einen erstaunlichen Sortenfächer zuließ und den Weinbau praktisch überall da erlaubte, wo er klimatisch möglich ist.

Überzeugt von den Möglichkeiten, auch große Weiß-Rotweine machen zu können, begannen einige Pioniere französische und spanische Qualitätssorten anzubauen. So entstand in den letzten zwanzig Jahren ein Weinpanorama, das an Individualität seinesgleichen sucht. Die Vielfältigkeit der Weine des Qualitätsweingebiets Navarra ist zum Teil auf die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der fünf Unterregionen zurückzuführen. In vier von fünf Teilgebieten bauen Winzer Weißweine, Rosados, junge und fassgereifte Rotweine sortenrein und im Verschnitt an. Das Einzige, was sie in der Regel gemeinsam haben, ist ein hoher Qualitätsstandard und eine von Individualismus geprägte Auffassung vom Weinmachen. Die Ausnahme macht die Baja Montana, die bislang so gut wie keine nennenswerten Flaschenweinerzeuger zählt. Dafür liefert sie viel Garnacha-Lesegut beziehungsweise Moste an Toperzeuger in den anderen Regionen. Der Trend geht eindeutig zu konzentrierten und fruchtbetonten Rotweinen. Sehr gelungen sind die viele der Cuvées aus heimischen und französischen Sorten, aber auch sortenreine Tempranillos, Cabernet Sauvignons oder Merlots, die wohl zukunftsträchtigste Sorte, welche auf hohem Niveau vinifiziert wird.

Die meisten roten Navarra-Weine tendieren zu einer zunehmenden kräftigen Struktur und haben den eher feinen, an klassische Riojas angelehnten Stil fast vollständig zurückgelassen. Einige der neueren Bodegas haben sehr tanninbetonte Rotweine entwickelt. Tierra Estella nennt sich das nordwestliche Anbaugebiet Navarras, an dessen Nordrand die klimatischen Bedingungen für den Weinbau sehr schwierig sind. Dank den atlantischen Wettereinflüssen entstehen hier Weine von fast mitteleuropäischem Charakter, unter anderem hervorragende Chardonnays. Für Valdizarbe im zentralen Norden gelten ähnliche Bedingungen. Hier wachsen Weine mit feiner Frucht.

Baja Montana ist die östliche Unterregion mit etwa 15 Prozent der Rebfläche, wo hauptsächlich Rosados entstehen. Ribera Alta stellt das Zentrum des navarresischen Weinbaus dar, mit saftigen, extraktreichen Weinen, die eher von mediterranem Klima geprägt sind. Ribera Baja ist die südlichste Unterregion mit 30 Prozent der Rebfläche. Kräftige, ausdrucksvolle Weine mit intensiver Farbe wachsen auf extrem trockenen, sandig-kalkhaltigen Böden. Insbesondere in diesem Teilgebiet haben die Winzer die Möglichkeit alter Garnacha-Rebgärten wiederendeckt, und im Weinangebot der Bodegas erscheinen sortenreine Garnacha-Rotweine. Man sollte sein Augenmerk vor allem auf die Crianzas dieser spanischsten aller Rebsorten richten.

 

 

Lage: Nordwestliche Region Galicien nahe der portugiesischen Grenze

Fläche: ca. 3.000 ha

Klima: Das Klima im Weinanbaugebiet ist teils ozeanisch, teils mediterran. Die zwischen dem Atlantik und dem Weinanbaugebiet liegenden Berge Galiziens bilden eine natürliche Barriere, die einerseits vor den Atlantik-Stürmen schützt, andererseits ein feuchtes, gemäßigtes Klima sorgt. Durchschnittlich 900 mm/m² Niederschlag im Jahr werden hier gemessen bei rund 1.900 Sonnenstunden.

Höhe: 75 m bis 400m

Böden: Drei Bodentypen: Kompakte Kalkböden mit Kieselgestein, Granitsand und Schieferböden (Llicorella)

Rebsorten:

Weiß: Treixadura, Torrontés, Palomino, Godello, Macabeo, Loureira, Albillo, Jerez und Albariño

Rot: Caiño, Alicante, Sousón, Ferrón, Mencía, Tempranillo, Garnacha und Bracellao

Bei der D.O. Ribeiro handelt es sich um das einzige Gebiet Galiciens, welches schon immer einen gewissen Bekanntheitsgrad besaß. Der Grund ist in den ungezählten galicischen Tavernen zu suchen, die in allen größeren Städten des Landes diesen Wein als billigen Zechwein zu ihren Spezialitäten servierten. Angesichts des einst trüben, säuerlichen Weinchens muss man es Winzern, Genossenschaften und nicht zuletzt dem zuständigen Kontrollrat hoch anrechnen, dass die Ribeiro-Weine sich in den letzten Jahren in verblüffender Weise verbessert haben. Die heutige Qualität beruht im Wesentlichen auf dem Potenzial der traditionellen weißen Sorten Treixadura, Loureira und Torrontes, die traditionell einzeln an Stöcken nach oben gezogen werden.

Sie haben sich gegen den nichts sagenden Massenträger Palomino durchgesetzt, der als ein typisches Relikt der Nachreblausphase aus rein wirtschaftlichen Gründen gepflanzt wurde, um die erlittenen Verluste schnell ausgleichen zu können. Die Weißweine aus den alten Sorten geben sich fruchtig, leicht und angenehm spritzig, jugendlich und frisch. Ein Ausbau im Fass ist nicht üblich.

Sie weisen eine gute, aber nicht aggressive Säure auf. In der Nase dominieren Frucht und originelle vegetative Noten wie frisch gemähtes Gras oder Kräuter. Das Gebiet produziert auch einfache Rotweine, hauptsächlich aus Caino und Brancellano. Die Spezialität des Gebiets am Rio Mino bleibt junger Weißwein.

Lage: In Castilla y León in den Provinzen Valladolid, Burgos, Segovia und Soria, entlang des Flusses Duero

Fläche: 21.900 ha

Klima: Kontinental mit leicht atlantischem Einfluss.

Höhe 500 bis 1000 m

Böden Lockerer Boden mit hohem Kalkanteil, Sedimentablagerungen von sandigen, schlammigen und tonhaltigen Schichten.

Rebsorten:

Weiß: Albillo

Rot: Tempranillo (Hauptsorte), Garnacha Tinta, Cabernet Sauvignon, Merlot und Malbec

Die Weinbauregion zieht sich über eine Länge von mehr als 110 Kilometern auf den beiden Seiten des Duero-Ufers durch Teile von vier Provinzen. Knapp 85 Prozent des Gesamtbereichs entfällt auf die Provinz Burgos, obwohl sich eine bedeutende Anzahl an Bodegas in der Provinz Valladolid befinden. Als die Denominación de Origen 1982 gegründet wurde, existierten neben den Genossenschaften nur wenige Erzeuger. Heute sind es weit über 150 Bodegas, bei steigender Tendenz. Kaum ein Qualitätsweingebiet hat einen ähnlichen Aufstieg hinter sich wie die Ribera del Duero, die weltweit ein Begriff für Qualität geworden ist.

Das Erfolgsgeheimnis sind die Rotweine, die sich durch dunkle Farbe, wunderbare Frucht, reiche Substanz und bemerkenswerte Alterungsfähigkeit auszeichnen. Neben der Hauptsorten Tinta del Pais sind die roten Sorten Garnacha, Cabernet Sauvignon, Merlot, Malbec und die weiße Sorte Albillo zugelassen. Die D.O Ribera del Duero steht vor allem für hochwertige im Fass ausgebaute Rotweine, die zumindest zu drei Vierteln aus Tinta del Pais, wie der Tempranillo hier genannt wird, bestehen müssen. Viele Spitzenbetriebe erzeugen jedoch sortenreine Weine aus der kastilischen Edeltraube. Dass es dennoch eine große Vielfalt an Stilen und Qualität gibt, liegt hauptsächlich an der Weinbereitung sowie an der Beschaffenheit des Leseguts, das sehr verschieden ausfällt. Die besten Rebgärten konzentrieren sich auf die Provinz Burgos um die Dörfer Roa, La Horra, Gumiel und Sotilla, die auch „das Herz der Ribera“ genannt werden. Trotzdem muss man sich vor einer geografischen Klassifizierung hüten, da Lesegut aus jeder Lage in der gesamten D.O zirkulieren darf.

Den Stil prägt auch der Einsatz von Fässern aus verschiedenem Eichenholz, da neben dem klassischen amerikanischen Holz auch viele französische Barriques gefüllt werden. Das Gebiet weist eine für Kastilien ungewöhnliche Vielfalt an Terroirs auf, die vor allem die Weine kleinerer Erzeuger charakterlich beeinflussen. Ribera ist also nicht gleich Ribera. Die 15 000 Hektar Rebfläche, von denen 80 Prozent mit der roten Hauptsorte bestockt sind, liegen nicht nur direkt am Duero-Ufer, sondern auch im umliegenden Hochland. Spitzenlagen befinden sich vor allem an den nach Süden ausgerichteten, sehr kalkhaltigen Hängen, die vom Hochland zum Fluss hin abfallen. Das Gebiet zieht sich an manchen Stellen bis zu 35 Kilometer tief in das Land hinein.

Das extreme Hochlandklima – viele Rebgärten liegen auf über 800  Meter Höhe - ist mit Spätfrösten verbunden, die die Ernten in vielen Jahren beträchtlich schmälern, was die Knappheit und die daraus resultierende Begehrtheit der Rotweine erklärt. Viele Weintrinker werden sich fragen, wie sich die Riberas von den Riojas unterscheiden, wenn doch die Tinta del Pais mit dem Tempranillo identisch ist. In der Ribera erfahren Weine nur selten einen so langen Ausbau wie traditionelle Riojas. Stattdessen werden sie nach dem Ausbau im kleinen Eichenfass oft schnell auf den Markt gebracht. So besitzen die Ribera-Weine dann im Vergleich eine etwas profundere Farbe, mildere Tannine und in der Frucht einen dunkleren, mehr zur Pflaume tendierenden Charakter, während Riojas oft verstärkt Aromen roter Beeren aufweisen. Inzwischen zeigen sich auch bei vielen Riojas der neuen Generation - ähnlich wie bei vielen Riberas – im Duft deutlich Vanille- und Zimtnoten, die auf den Ausbau in neuen Holz zurückzuführen sind.

Lage: Südwestlich der Pyrenäen  im Ebrobecken

Fläche:  35.000 Hektar

Klima: Kontinental mit atlantischen Einflüssen

Höhe: 100 bis 700 m

Böden: Granit

Rebsorten

Weiß: Alvarinho, Arinto, Avesso, Azal Branco, Esgana Cão, Loureiro, Padeiro, Pedernã, Rabigato und Trajadura

Rot: Azal Tinto, Borraçal, Rabo de Ovelha Tinto, Vinhão

Das Vinho-Verde-Gebiet im äußersten Nordwesten Portugals, zwischen Porto und der spanischen Grenze ist flächenidentisch mit dem Minho, der nach der Landschaft benannten Landwein-Region Vinho Regional Minho. Mit rund 35 000 Hektar ist die Region heute nur noch das zweitgrößte DOC-Gebiet Portugals nach dem Douro. Nähme man all die nicht erfassten Miniflächen und Randbepflanzungen der ungezählten Kleinbauern hinzu, wäre die Region immer noch nah an den früher vielfach genannten 70 000 Hektar, aber moderne EG-Weinbaukataster beziehen Mischkulturen nicht mit ein. Die offizielle Produktionsmenge liegt im Schnitt knapp unter einer Million Hektorliter.

Im Minho, dem Herzland Portugals, der ehemaligen Grafschaft Portocale, hat Alfonso Henrigue von Guimarraers einst die erste Nation ausgerufen. Der Minho besitzt nur neun Prozent der Landesfläche, aber 20 Prozent der Bevölkerung. Daraus ist eine beispiellose, intensive Kleinbetriebslandschaft entstanden, in der der Wein Ausdruck der Vegetationskraft dieses mit bis zu 1800 mm Niederschlägen regenreichsten und daher grünsten Gebiets Portugals ist. Die Reben klettern an Straßenrändern die Bäume bis zu 10 Meter hoch, auch das nicht zufällig, sondern zur Nutzung. Auf Wiesen und Weiden, wo Kühe grasen, wachsen sie gezielt an Bäumen, an Stangen oder an Drahtsystemen mit Granitpfählen und an Holzleisten entlanggeführt. Die schon von den Römern bekannte Pergola ist allgegenwärtig, spendet Schatten auf kleinen Wegen, Pfaden und Aleen, auf denen in der Höhe Trauben gedeihen.

Trotz der überwiegend kargen sandigen Granitböden mit oft nur wenigen Dezimetern Bodenkrume ist der Minho ein einziger grüner Garten, woher wohl auch der Name des Weins rührt. Dieses Wunder im atlantischen Norden Portugals haben die Minhoten auf engstem Raum als ganz eigene intensive Kultur geschaffen, deren Basis eine oft archaische Selbstversorgung ist, die erst in den letzten Jahrhunderten durch das Aufkommen zahlloser meist  ebenfalls kleiner Schuh- und Textilfabriken etwas abgenommen hat. Einst gab es hier schon eine große Weintradition: Der Wein von Moncao gilt als erster ausgewiesener Exportwein im Mittelalter, viele reiche Quintas überall im Minho sind Belege des damaligen Profits. Vor allem das strenge Gesetz Salazars, der 1930 das Anlegen von Weinbergen verbot und nur noch als Randbegrenzung zuließ, unterbrach die Tradition.  Gleichzeitig förderte dies die Improvisationskunst der Bewohner, aber auch die Aufteilung und Zerstücklung der Grundstücke. Weinberge zu zählen oder gar zu vermessen, wo überall Reben wachsen, ist eine müßige Aufgabe in einer Region, wo 1000 000 Langwirte registriert sind und 90 000 davon sich als Winzer fühlen, auch wenn die Reben nur die Randbegrenzung  von zwei, drei kleinen Grundstücken ausmachen und gerade mal ein Fläschchen Wein füllen.

Es ist eine eigenartige Mischung aus Intensität und Extensität, intensivster Bodennutzung, aber extensivstem Rebenwachstums. Es gibt alte Reben, mit baumdicken Stämmen und armdicken Cordons, die sich mit Hilfe von Drähten und Stützpfeilern über 200 und mehr Quadratmeter erstrecken und 10, 20 Kilogramm reife kleine Trauben erbringen können. Daraus entsteht der typische Verde, der wie kein anderer Wein Portugals und auch der Welt oft Schwierigkeiten hat, den Mindestalkoholgehalt von 8,5 Volumenprozent zu erreichen.  Und doch ist diese Schwäche gleichzeitig eine Stärke. Der saure rote Verde ist mit seinem herben Geschmack und seiner Leichtigkeit im Grunde der einzige echte Rotwein für den Sommer, schmeckt sogar kühl, wird leider aber fast nur im Inland getrunken, weil niemand ihn als Rotwein versteht.

Der weiße Vinho Verde hingegen legt seit dem Aufheben des Weinbergpflanzungsverbots eine bespiellose Karriere als leichter sprudelnder Modewein hin. Er war das Vorbild für Mateus Rosé, denn von der zweiten Gärung, die der Verde bei zunehmender Temperatur spontan erlebt, sprudelt der Wein im Frühjahr und Sommer auf natürliche Weise. Dies wurde von den großen Markenkellereien perfektioniert und in Mengen auf die Flasche gebracht, heute meist mit dem Zusatz von Kohlensäure und etwas Restsüße.

Den wahren Vinho Verde, einen einzigartigen herben, stahligen Wein, der wie trockener Saar- oder Mosel-Riesling konträr zum Massengeschmack liegt, findet man jedoch bei den Quintas, und man kann es nicht genug betonen, dass diejenigen, die Säure nicht mögen, den Mund davon lassen sollten. Auch die besten gut gemachten reifen Verdes mit Alkoholwerten nahe der Obergrenze von 11,5 Volumenprozenten schmecken im Abgang mehr oder weniger dezent sauer. Das erscheint dem Liebhaber von Krustentieren, der nicht zuletzt seinen Durst löschen möchte, durchaus positiv. Verde ist nun mal kein Wein zum Probieren und Sinnieren. Es ist ein Wein, der erst beim Trinken Appetit macht.

 

Lage: Nordwestliche Region Galicien nahe der portugiesischen Grenze

Fläche: ca. 3.000 ha

Klima: Das Klima im Weinanbaugebiet ist teils ozeanisch, teils mediterran. Die zwischen dem Atlantik und dem Weinanbaugebiet liegenden Berge Galiziens bilden eine natürliche Barriere, die einerseits vor den Atlantik-Stürmen schützt, andererseits ein feuchtes, gemäßigtes Klima sorgt. Durchschnittlich 900 mm/m² Niederschlag im Jahr werden hier gemessen bei rund 1.900 Sonnenstunden.

Höhe 75 m bis 400m

Böden: Drei Bodentypen: Kompakte Kalkböden mit Kieselgestein, Granitsand und Schieferböden (Llicorella)

Rebsorten:

Weiß: Treixadura, Torrontés, Palomino, Godello, Macabeo, Loureira, Albillo, Jerez und Albariño

Rot: Caiño, Alicante, Sousón, Ferrón, Mencía, Tempranillo, Garnacha und Bracellao

Bei der D.O Ribeiro handelt es sich um das einzige Gebiet Galiciens, welches schon immer einen gewissen Bekanntheitsgrad besaß. Der Grund ist in den ungezählten galicischen Tavernen zu suchen, die in allen größeren Städten des Landes diesen Wein als billigen Zechwein zu ihren Spezialitäten servierten. Angesichts des einst trüben, säuerlichen Weinchens muss man es Winzern, Genossenschaften und nicht zuletzt dem zuständigen Kontrollrat hoch anrechnen, dass die Ribeiro-Weine sich in den letzten Jahren in verblüffender Weise verbessert haben.

Die heutige Qualität beruht im Wesentlichen auf dem Potenzial der traditionellen weißen Sorten Treixadura, Loureira und Torrontes, die traditionell einzeln an Stöcken nach oben gezogen werden. Sie haben sich gegen den nichts sagenden Massenträger Palomino durchgesetzt, der als ein typisches Relikt der Nachreblausphase aus rein wirtschaftlichen Gründen gepflanzt wurde, um die erlittenen Verluste schnell ausgleichen zu können. Die Weißweine aus den alten Sorten geben sich fruchtig, leicht und angenehm spritzig, jugendlich und frisch.

Ein Ausbau im Fass ist nicht üblich. Sie weisen eine gute, aber nicht aggressive Säure auf. In der Nase dominieren Frucht und originelle vegetative Noten wie frisch gemähtes Gras oder Kräuter. Das Gebiet produziert auch einfache Rotweine, hauptsächlich aus Caino und Brancellano. Die Spezialität des Gebiets am Rio Mino bleibt junger Weißwein.