Zum Inhalt springen

Rebsorten

Die Rebsorten unserer Weine

Alvarino/ Albariño

Albariño heißt übersetzt „die kleine Weiße vom Rhein“, und es wurde lange vermutet, die Rebsorte sei mit Riesling verwandt. Der Legende nach wurde sie zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert von Mönchen aus Deutschland oder Frankreich über den Jakobsweg nach Galicien gebracht. Neueren Erkenntnissen zufolge scheint Albariño aber eine Verwandte der Sorten Sauvignon Blanc, Pinot Blanc oder aber des Petit Manseng zu sein. Eine definitive Klärung des Sachverhalts steht jedoch noch aus (Stand 2005). Eine DNA-Analyse zeigte eine nähere Verwandtschaft zur portugiesischen Rebsorte Malvasia Fina.

Besonders gut gedeiht sie im Gebiet von Monção, wo sie auch reinsortig ausgebaut wird. Die Reben werden häufig an Pergolen gezogen. In Portugal liegt die bestockte Fläche bei 1.800 Hektar (Stand 2010), in Spanien bei 4.500 Hektar (Stand 2010). In Spanien ist Albariño die herausragende Rebsorte des Anbaugebietes Rías Baixas in Galicien. Auf Grund der hohen Feuchtigkeit der Region wird die Sorte ausschließlich Pergola artig auf rund 1,50–2 m hohen Gerüsten, die meist von Granitpfeilern gestützt werden, angebaut. Seit 2019 ist Alvarinho eine von sechs neuen Rebsorten, die in der Bordeaux-Weinproduktion zugelassen sind, um für die Folgen der globalen Erwärmung im Weinbau gerüstet zu sein.

Der Albariño wird meist jung getrunken, besitzt eine feine Säure und passt sehr gut zu Fisch und zu Meeresfrüchten.

Trajadura/Treixadura

Sie wird in Portugal in den Regionen Douro und Minho zum Anbau empfohlen. Zugelassen ist sie auch in der Region Beira Litoral. Die bestockte Rebfläche beträgt in Portugal ca. 1.169 Hektar. In Galicien ist sie im Anbaugebiet Rías Baixas unter dem Namen Treixadura bekannt. Die weltweite Anbaufläche beträgt 2010 2169 ha.

Die wuchskräftige Trajadura gibt nur geringe Hektarerträge und die Beeren sind anfällig gegen die Rohfäule. Die spätreifende Sorte erbringt duftige, körperreiche und alkoholstarke Weine. Im Vinho Verde ist sie eine der zugelassenen Sorten. Sie wird häufig mit den Sorten Loureiro und Alvarinho verschnitten. In Spanien stellt man auch die Likörweine Tosdadillos und Tostados del Rivero aus ihr her.

Synonyme

‘Teixadura Blanca’, ‘Tragadura’, ‘Treixadura’, ‘Trinca Dente’, ‘Trincadeira’, ‘Trincadente’, ‘Verdello Rubio’

Godello

Godello ist eine Weißweinsorte aus Spanien und gilt als autochthone Sorte der Region Galicien. Dort wird sie u. a. in den Appellationen Monterrei, Ribeira Sacra, Ribeiro und Valdeorras aber auch in der D.O. Bierzo angebaut. Vor allem in Valdeorras werden daraus in jüngster Zeit häufiger frische und fruchtige Weißweine in einem modernen international anerkannten Stil erzeugt. Dort wurden daher in den 1990er Jahren ca. 160 Hektar neu bestockt.

Oft reinsortig angebaut erbringt der Godello einen blassgelben bis strohgelben, säurebetonten und eher alkoholarmen Wein mit einem zarten Bouquet nach grünen Äpfeln und Aprikose. Im Verschnitt mit den Rebsorten Albarino, Doña Blanca und Trajadura (auch Treixadura genannt) wird sie ebenfalls angeboten.

Siehe auch den Artikel Weinbau in Spanien sowie die Liste von Rebsorten.

Synonyme

Godello ist auch unter den Namen Agodello, Agodenho, Agudanho, Agudelha, Agudelho, Agudello, Agudelo, Agudenho, Berdello, Godelho, Godendo, Godenho, Ojo de Gallo und Tricadente bekannt.

Torrontés

Torrontés ist eine autochthone Weißweinsorte Spaniens und stammt aus Galicien im Nordwesten des Landes. Ihr Anbau ist in den Regionen Galicien und Kastilien-La Mancha empfohlen und in den Bereichen um Madrid, Andalusien, den Kanarischen Inseln und um Madrid zugelassen. Sie findet daher Eingang in den Weißweinen der DOs Mondéjar (La Mancha), Montilla-Moriles (Andalusien), Rías Baixas (Galicien), Ribeiro (Galicien) und Vinos de Madrid. Die Sorte Torrontés wird auch in Bulgarien und Portugal angebaut. Ihre etwas körperarmen Weine sind für ihren einem Muskateller ähnlichen Geschmack bekannt.

Achtung: Die Rebsorte ist nicht mit der Torrontés Riojano zu verwechseln, die hauptsächlich in Argentinien sehr erfolgreich angebaut wird. In Argentinien wird die Torrontés Riojano auf dem Etikett der Flasche meist nur kurz als Torrontés deklariert. Ob eine Verwandtschaft zur argentinischen Sorte oder weiteren in Südamerika angebauten Spielarten, wie den Sorten Torrontés Sanjuanino oder Torrontés Mendocino besteht, ist nicht bestätigt.

Siehe auch den Artikel Weinbau in Spanien und die Liste von Rebsorten.

Synonyme: Aris, Monastrell Bianco oder Monastrell Blanco, Tarrantés; Torontel Verdil, Torrontés, Turrontés.

Loureiro/Loureira

Die Weißweinsorte Loureiro ist eine autochthone Rebsorte aus Nordportugal.

Empfohlen ist ihr Anbau in den Regionen Douro und Minho. Zugelassen ist sie in Ribatejo, Oeste und den Azoren. In Portugal beträgt die bestockte Fläche ca. 2.384 Hektar. In Spanien ist die Sorte unter dem Namen Loureira bekannt und wird dort in Galicien auf ca. 194 Hektar angebaut. Zugelassen ist sie in den Weinbaugebieten Rías Baixas, Ribeira Sacra und Ribeiro.

Die wuchskräftige, spätreifende Sorte erbringt aromatische Weine. Im Verschnitt werden sie gerne mit den Sorten Alvarinho oder Trajadura ausgebaut und werden zum Beispiel im Vinho Verde verwendet. Es gibt auch eine rote Spielart namens Loureiro Tinto, die sehr wahrscheinlich durch Mutation aus Loureiro entstanden ist. Loureiro Tinto ist in Galicien zugelassen.

Synonyme

‘Amarnate’, ‘Arinto’, ‘Arinto Branco’, ‘Baiao’, ‘Basto’, ‘Branco Redondo’, ‘Branco Redondos’, ‘Dorado’, ‘Dourada’, ‘Dourado’, ‘False Pedro’, ‘Gallego Dourado’, ‘Loeireiro Blanco’, ‘Loureira’, ‘Loureiro’, ‘Loureiro Branco’, ‘Marques’, ‘Marquez’, ‘Rutherglen Pedro’

Tempranillo

Tempranillo ist die bedeutendste Rotweinsorte in Spanien. Der Name der Rebsorte leitet sich von spanisch temprano „früh“ ab. Wörtlich übersetzt heißt tempranillo „kleine Frühe“, weil die Tempranillo-Beeren kleiner sind und etwas früher reif werden als Garnacha-Trauben. Sie wird häufig mit der Rebsorte Garnacha verschnitten, zum Beispiel beim Rioja-Wein, einem Verschnitt mit Garnacha und Mazuelo, der typischerweise aus 60–90 % Tempranillo-Trauben besteht und tiefrot, würzig und lange lagerfähig ist.

Die Herkunft der Traube ist heute geklärt. Lange wurde angenommen, dass der Tempranillo vom Spätburgunder abstammt. Nach der Rückeroberung Spaniens von den Mauren ließen sich in der Rioja Zisterzienser-Mönche nieder, die die ersten Rebstöcke pflanzten. Dabei profitierte der junge Weinbau vom steten Erfahrungsaustausch der Mönche mit dem französischen Burgund, wo der Weinbau schon damals eine lange Tradition hatte. Genetische Untersuchungen aus dem Jahre 2012 ergaben, dass es sich bei Tempranillo um eine spontane Kreuzung der weißen Rebsorte Albillo Mayor mit der roten Benedicto handelt. Zudem wurde erst eine ebenfalls rein autochthone, weiße Mutation des Tempranillo entdeckt, der Tempranillo Blanco.

Die Tempranillo-Rebe ist die Hauptsorte in La Rioja; insgesamt kommt sie in Spanien mit 193.597 ha Anbaufläche (Stand 2016) auf den zweiten Platz unter den Rebsorten.

In Frankreich wurde im Jahr 2007 eine bestockte Rebfläche von 882 ha erhoben. Kleinstbestände sind in der Schweiz erhoben worden (0,2 Hektar, Stand November 2015)

Die Anbaufläche auf der Welt betrug 2016 219.379 ha.

Die Weine sind kräftig und mit duftig-fruchtbetontem Charakter versehen. Sie sind mittelmäßig alkoholstark (ca. 11–13 Vol.-%) und haben ein großes Reifepotenzial im Holz. Sie zeichnen sich durch elegante Weiche und milde Tannine aus, weshalb sie im Gegensatz zu den Cabernets schon als Jungweine getrunken werden können. Ihre Stärke kommt erst im Barriqueausbau zur Geltung. Damit gute Qualitäten erzeugt werden können, sollten die Ernteerträge 6 t/ha nicht übersteigen.

Cabernet Sauvignon

Der Cabernet Sauvignon (frz.: [kabɛʁnɛ soviˈɲɔ̃]) ist eine Rotweinsorte. Beheimatet ist sie im Bordelais, ist aber weltweit erfolgreich, in jüngerer Vergangenheit verstärkt auch außerhalb Europas. Mit 310.671 ha Rebfläche liegt sie weltweit an erster Stelle. Auch außerhalb ihrer Heimat behält die Sorte ihre Eigenart und ihren Charakter, wobei die Intensität der Charakteristika durch den Einfluss der Böden, des Klimas und der Vinifizierung variiert.

Cabernet Sauvignon ist eine natürliche Kreuzung der Sorten Cabernet Franc × Sauvignon Blanc.

Es wird häufig behauptet (wahrscheinlich fälschlicherweise), der Cabernet Sauvignon sei in Frankreich bereits im Jahre 1635 urkundlich erwähnt. Damals sandte Kardinal Richelieu dem Abbé Breton aber wahrscheinlich mehrere tausend Rebstöcke der Sorte Cabernet Franc, eine Sorte, die an der Loire auch heute noch eine wichtige Rotweinsorte ist.

Das Synonym Bidure bot Anlass zur Vermutung, dass sie von der von Plinius dem Älteren (23/24–79) erwähnten antiken Sorte Biturica abstammen könnte. Das Synonym Vidure hat seine Wurzeln im lokalen Dialekt und heißt übersetzt 'hartes Holz' (siehe auch in Französisch: vigne dure), eine Bezeichnung, die die Rebsorte mit dem Carmenère teilt.

Der Cabernet Sauvignon verfügt über einen aufrechten und kräftigen Wuchs. Sie treibt spät aus und entgeht daher meist den Frühjahrsfrösten. Die Rebsorte ist sehr anfällig für die Rebkrankheiten Echter Mehltau (auch Oidium genannt), Eutypiose, die Phomopsis (Schwarzfleckenkrankheit, Cryptosporella viticola Shear) und Phytoplasmabefall. Der Phytoplasmenbefall führt zu Vergilbungskrankheiten wie die Goldgelbe Vergilbung (franz.: Flavescence dorée) oder auch die Schwarzholzkrankheit. In südlichen Anbaugebieten wie Regionen im Languedoc kann es zu Trockenstress kommen, wobei die Symptome nicht schwerwiegender als beim Merlot sind. Weniger anfällig ist der Cabernet Sauvignon für den Falschen Mehltau der Weinrebe. Die Dicke der Beerenschale schützt vor Grauschimmelfäule; die Beeren können daher lange am Stock reifen. Die Geiztriebbildung ist gering. Dadurch ist der Aufwand der Laubarbeit geringer als bei vergleichbaren Sorten.

In seiner Jugend ist der Wein aus der Cabernet Sauvignon-Rebe fruchtig, rau und gerbstoffbetont mit kräftiger „Nase“. Ein guter Cabernet Sauvignon verwöhnt im Laufe seiner Reifung zunehmend mit feinen Röstaromen, Aromen von schwarzen Johannisbeeren, oft auch an Lakritze erinnernd, und grüner Paprika.

Merlot

Merlot Noir oder Merlot [mɛʁˈlo] ist eine Rotweinsorte. Sie stammt aus Frankreich aus der Gegend um Bordeaux. Die Sorten Merlot und Cabernet Sauvignon haben in den letzten Jahrzehnten fulminant an Fläche zugelegt. Merlot ist hinter Cabernet Sauvignon und vor Tempranillo und Airén die Nr. 2 im weltweiten Flächenranking, mit einer Gesamtfläche von 266.440 Hektar.[1]

Die aus Frankreich stammende Sorte ist eine Kreuzung von der nahezu ausgestorbenen Rebsorte Magdeleine Noire des Charentes und Cabernet Franc.

Erste schriftliche Erwähnung im Bordeaux findet sich im 14. Jahrhundert: Zu jener Zeit wurde der Merlot noch „Crabatut noir“ genannt und galt eher als Sekundärsorte. Eine erste komplette Beschreibung der Sorte wurde von Victor Rendu im Jahr 1857 in seinem Werk Ampélographie française gegeben. Im Jahr 1784 wird die Rebsorte bereits Merlot genannt und galt schon als eine der wichtigsten Sorten des Bordelais. Noch im 19. Jahrhundert ist die Sorte die dominante Sorte des Médocs.

In der Region Venetien, Italien, wird der Merlot ab dem Jahr 1855 unter dem Synonym „Bordò“ erwähnt, und im Schweizer Tessin ist die Präsenz der Sorte seit der Zeit zwischen 1905 und 1910 dokumentiert.

Forscher der University of California in Davis glaubten, dass die Rebsorte in enger Verwandtschaft zum Cabernet Franc steht und ihrerseits eine Vorgängersorte des Carménères ist.[3] Da Carménère- und Merlotweinstöcke sich äußerlich stark ähneln, wurden aus Frankreich importierte Reben in Chile meist in „Mischbeständen“ gepflanzt. Weil die Rebsorte in Frankreich durch die Reblausplage nahezu vollständig verschwand, geriet der Name Carménère Anfang des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit. Man hielt die chilenischen Reben fortan wegen ihrer Ähnlichkeit für eine Variante des Merlots. Niemand konnte jedoch den deutlichen Geschmacksunterschied zwischen Merlotweinen aus Chile und denen anderer Länder erklären. Diesen Irrtum konnte der französische Ampelograph Jean-Michel Boursiquot 1994 durch DNS-Analyse endgültig beseitigen.

Die Bezeichnung Merlot kommt vom französischen Wort merle (deutsch Amsel) und soll auf die Vorliebe der Amseln für die rote Rebsorte hinweisen. Der Name kann aber auch eine Anspielung auf die schwarzblaue Färbung der Beeren sein.

Die Sorte ergibt fruchtige, mollige, körperreiche und vollmundige Weine, die nach wenigen Jahren der Lagerung genussreif sind. Dieser Tatsache ist ihre jetzige Popularität zu verdanken. In den Cuvées machen sich bereits geringe Anteile Merlot vorteilhaft bemerkbar. Die Weine werden früher zugänglich, möglicherweise jedoch unter Einbußen bei der Langzeit-Haltbarkeit. In der Alterung (mittel bis gut) kann ein Merlot gewinnen und weicher werden, oft jedoch verringern sich die Fruchtaromen, und zarte Kräuteraromen spielen sich in den Vordergrund.

Merlot eignet sich bestens zum Verfeinern und Harmonisieren anderer Sorten, wobei sich als der wohl geeignetste Partner der Cabernet Sauvignon herauskristallisiert hat. Dabei kommt dem Merlot zugute, dass er gut mit Eiche harmoniert, sich also zur Fasslagerung (im Barrique) empfiehlt. Daher haben fast alle Bordeaux-Weine einen mehr oder minder hohen Anteil Merlot in der Cuvée.

Garnacha/Grenache

Die Grenache ist eine Rotweinsorte und die fünfthäufigst angebaute der Welt mit einer geschätzten Rebfläche von mindestens 150.096 Hektar. In Frankreich heißt sie auch Grenache noire, in Spanien Garnacha, in Katalonien Garnatxa und auf Sardinien Cannonau. Weitere Anbaugebiete sind die italienischen Regionen Toskana (unter dem Namen Alicante), Sizilien, Kalabrien und die Insel Ischia (wo die Sorte Guarnaccia genannt wird). Ferner wird Grenache in Australien, Argentinien und Kalifornien angebaut.

Der Wein aus der Grenache-Traube ist arm an Tanninen und Farbe. Sie kann daher gute fruchtige Weine liefern und wird auch als Weiß- oder Roséwein gekeltert.

Unter extremen klimatischen Bedingungen (Trockenheit, Hitze, Wind) und bei sehr geringen Erträgen liefert die Grenache auch konzentrierte, ausgesprochen lagerfähige Rotweine.

Oft wird die Grenache mit tanninhaltigeren Sorten wie Tempranillo (speziell in der Rioja) oder mit Syrah und Mourvèdre (an der südlichen Rhône) verschnitten. Der einfache Grund hierfür sind die Eigenschaften der Rebe: Ihr Wein ist üblicherweise alkoholreich und dennoch weich.

Cannonau ist mit über 100 km² Rebfläche die in Sardinien wichtigste rote und zweithäufigstangebaute Sorte. Aus ihr wird der sardische DOC-Rotwein Cannonau di Sardegna hergestellt.

Es gibt eine weiße Variante, die Grenache Blanc bzw. Garnacha blanca heißt und in Frankreich und Spanien für Verschnittweine (so etwa die weißen Châteauneuf-du-Pape- und Rioja-Varianten) eingesetzt wird. Des Weiteren existiert auch noch der Grenache Gris, allerdings mit stark abnehmender Bedeutung sowie die stark behaarte Version, den Lledoner Pelut.

Mencía

Mencía ist eine Rotweinsorte, die in den autonomen Regionen Nordwestspaniens Galicien und Kastilien (insbesondere in den Anbaugebieten Bierzo, Rías Baixas, Valdeorras und Vinos de León) stark verbreitet ist und die im spanischen Rebsortenspiegel den 9. Rang mit knapp 11.330 Hektar Rebfläche belegt.

Mencía ist eine autochthone Rebsorte aus der Region um Villafranca del Bierzo. In Spanien durchgeführte DNA-Analysen belegten, dass die portugiesische Sorte „Jaen du Dão“ ein Klon der Sorte Mencía ist.

Sie erbringt leichte, recht duftige, eher hellrote Weine, die in ihrer Jugend getrunken werden sollten.

Caíño

ist eine indigene Rebsorte, die hauptsächlich in der Region Galicien im Nordwesten Spaniens sowie in Nordportugal verbreitet ist. Sie ist sowohl als rote als auch als weiße Varietät bekannt, wobei die rote Sorte Caíño Tinto (oder einfach Caíño) die bekanntere ist.

In Galicien (Spanien) und die Region Vinho Verde (Nordportugal), ist sie unter dem Namen Borraçal bekannt.

Die Rebsorte existiert als rote (Caíño Tinto/Borraçal) und als sehr seltene weiße Varietät (Caíño Blanco).

Weine aus Caíño zeichnen sich durch ihre hohe Säure und ein intensives, komplexes Aromaprofil aus. Typische Noten sind:Erdbeere, Himbeere, Kirsche und manchmal auch Preiselbeere.

Pinot Noir (Spätburgunder, Pinot nero, Blauburgunder, Schwarzburgunder)

Pinot Noir ist eine bedeutende und meist als hochwertig geltende Rotweinsorte. Sie hat weltweite Verbreitung und Bedeutung erlangt. Der Wein wird gelegentlich als König der Rotweine bezeichnet. Pinot noir ist eine klassische Rotweinqualitätssorte der kühleren Weinbaugebiete wie des Burgunds, der Ahr, der Pfalz usw. Er ist ferner ein wichtiger Verschnittpartner für die Champagner-Erzeugung.

Bei Pinot noir handelt es sich um eine sehr alte Sorte, die es möglicherweise seit 2000 Jahren gibt. Als Heimat der Pinotsorten wird das Gebiet zwischen Genfersee (Schweiz) und dem Rhônetal (Frankreich) vermutet. Carole Meredith nennt als möglichen Entstehungsort auch den Südwesten Deutschlands.[1] Die Analysen zeigen eine grundsätzliche Verschiedenheit zu den im Süden Frankreichs vorherrschenden Sorten, die vermutlich von den Griechen ins Land gebracht wurden.

Die Abstammung von Pinot noir ist noch ungeklärt und wird in der Wissenschaft unterschiedlich diskutiert. Eine Quelle spricht von einer natürlichen Kreuzung von Schwarzriesling mit Traminer. Eine weitere Quelle sagt aus, dass Pinot noir wahrscheinlich in direkter Linie von der Wildrebe abstammt. Nach umfangreichen Genanalysen, die in den 1990er-Jahren durchgeführt wurden, ist dies nicht ausgeschlossen. Tatsächlich wuchsen bis zur Reblauskatastrophe Ende des 19. Jahrhunderts auch Wildreben bis in den äußersten Norden Frankreichs.

Pinot noir zählt zu den klassischen fränkischen Sorten und könnte mit dem Traminer während der Zeit des Frankenreichs verbreitet worden sein. So soll er erstmals im Jahr 884 durch Kaiser Karl III. als „Clävner“ in Deutschland eingeführt worden sein. Dafür, dass Mönche, die 1136 aus Clairvaux in den Rheingau kamen, Reben des Spätburgunders mitbrachten, liegen jedoch keine sicheren Belege vor. Belegt ist, dass er vom Orden der Zisterzienser 1335 aus Burgund auf den Steinberg des Klosters Eberbach im Rheingau gebracht wurde, von wo er auch auf den Aßmannshäuser Höllenberg kam. Der erste urkundliche Nachweis von Spätburgunder im Rheingau stammt aus dem Jahr 1470 und ist gleichzeitig der erste Nachweis von Rotweinanbau im Rheingau. Das Rheingauer Synonym war über Jahrhunderte „Klebrot“. In Salem pflanzte man 1318 ebenfalls Spätburgunder an.

Der französische Begriff „Pinot“ leitet sich wahrscheinlich von der lang gezogenen Form der Pinot-Trauben ab, die dem Zapfen einer Kiefer (frz. „pin“) recht ähnlich sind.

Die im deutschsprachigen Raum übliche Bezeichnung „Burgunder“ soll auf einer Einfuhr von Reben von Burgund an die Ahr im 18. Jahrhundert beruhen.

Riesling

Riesling ist eine weiße Reb- und Weinsorte, die zu den hochwertigsten und kulturprägenden Gewächsen gezählt wird. Die besten Rieslinge werden in klimatisch kühleren Weinbaugebieten erzeugt. Verbreitet ist die Sorte in Deutschland, aber auch in zahlreichen anderen Weinbauländern und wird besonders in Spitzenlagen angebaut. Riesling-Weine genießen hohes Ansehen auf internationalen Märkten. In nördlichen Anbaugebieten (Deutschland, Elsass) wird die Sorte oftmals an steilen Hängen angebaut.

Riesling wird in Deutschland nachweislich seit mehr als 600 Jahren kultiviert.

Riesling ist eine natürliche Kreuzung aus Heunisch × Vitis vinifera subsp. sylvestris und Traminer-Klon und wurde vermutlich aus Wildrebenbeständen am Oberrhein ausgelesen.

Die Abstammung des Rieslings stellt Ferdinand Regner von der Höheren Bundeslehranstalt für Wein- und Obstbau in Klosterneuburg in seinen Untersuchungen folgendermaßen dar: „Unsere genetischen Analysen lassen beim Riesling drei genetische Phänomene erkennen, die zur heutigen Rebsorte geführt haben. Der vermutlich letzte Schritt war die Einkreuzung der Rebsorte Heunisch und hat dem Riesling Einiges an Beständigkeit, Vitalität und möglicherweise sein Säurepotential gebracht. Zuvor war es eine Rebe, die eine Kombination aus Traminer mit einer autochthonen Rebe vom Rhein darstellte. Die Traminereinkreuzung könnte spontan erfolgt sein und stellte wahrscheinlich eine qualitative Verbesserung dar. Den Traminer haben vermutlich die Römer an den Rhein gebracht. Die ursprüngliche Rebe bringt vor allem die Frosthärte und Kleinbeerigkeit mit. Diese Rebe war vermutlich schon von den Germanen in Besitz genommen und könnte auf Grund der Nähe des Rieslings zu den Wildreben aus diesen ausgelesen worden sein. Die örtliche Herkunft vom Rhein dürfte unbestritten sein.“

Vom Rheintal aus verbreitete sich der Riesling am Ende des Mittelalters in die meisten deutschen Anbaugebiete. Die erste schriftliche Erwähnung von Riesling-Reben stammt aus dem Jahr einer Rüsselsheimer Rechnung des Kellers Klaus Kleinfisch an seinen Herrn Graf Johann IV. von Katzenelnbogen vom 13. März 1435: Für einen neuen Weinberg wurden für 22 Schilling Setzreben einer neuen Weißweinsorte, eben des Rieslings, gekauft. Die vorletzte Zeile lautet: Item 22 ß umb seczreben rüßlingen in die wingarten (Urkunde Marburg Staatsarchiv).

Weitere Erwähnungen des Namens Riesling folgen in Bingen (1463), an der Mosel (1464/1465) und 1552 im lateinischen Kreuterbuch des pfälzischen Botanikers Hieronymus Bock. Wegen seiner geringen Erträge und der späten Reife konnte der Riesling sich aber nur langsam durchsetzen.

Der Wein wird als rassig, lebendig, frisch-elegant, stahlig und mineralisch beschrieben. Kennzeichnend ist eine pikante, fruchtige Säure. Fruchtaromen nach Steinobst (Marille) und exotischen Früchten bestimmen den Charakter des Weines. Die Farbe des Weins kann von Blassgelb mit Grünstich bis Goldgelb reichen. Erst nach längerem Weinausbau wird die volle Reife des Weines erreicht. Jungweine können noch säurebetont und unharmonisch im Geschmack erscheinen. Der Riesling besitzt die Fähigkeit, den Charakter der jeweiligen Lage besonders gut zum Ausdruck zu bringen. Aufgrund des relativ hohen Säuregehalts besitzen Rieslingweine eine gute Lagerfähigkeit (5–10 Jahre). Altersgereifte Weine weisen zudem häufig eine sogenannte „Petrolnote“ auf. Mit Riesling können auch hochwertige süße Weine erzeugt werden. Entweder als Eiswein geerntet oder die Konzentration erfolgt über die Edelfäule, die durch die Grauschimmelfäule (Botrytis cinerea) hervorgerufen wird. Rieslingwein eignet sich außerdem zur Herstellung von Schaumwein.

Muskateller

Muskateller ist der Sammelbegriff von Muskatsorten der Weintraube und deren Spielarten, Kreuzungen bzw. Neuzüchtungen mit Muskateller-Beteiligung. Wenngleich der Begriff sich zumindest zwischenzeitlich über eine gemeinsame Aroma-Komponente definierte, weisen genetische Untersuchungen zunehmen darauf hin, dass alle entsprechenden Sorten ursprünglich vom Gelben Muskateller abstammen. Das Wort verweist nicht auf die Muskatnuss, sondern eher auf eine Alternativ-Schreibweise der Hafenstadt Maskat oder die griechische Stadt Moschato. Es gibt Muskatellersorten mit Beeren in verschiedenen Farbschattierungen von weiß, gelb, grau, grün, rosa, rot, braun, violett, blau und schwarz. Nach einer der zahlreichen Literaturangaben soll die Sorte bereits um 3000 v. Chr. von den Ägyptern und im heutigen Iran verwendet worden sein.

Das spezifische, charakteristische Muskateller-Aroma ist ein beliebtes Aroma für Tafeltrauben und geht auf mehrere Terpene zurück.

Die früheste konkrete Nennung des Namens Muscat geht zurück auf 1230 bis 1240 im Liber de proprietatibus rerum – einer Enzyklopädie des Scholastikers Bartholomaeus Anglicus. Muskateller wiederum stammt vom Italienischen moscatello.

Einige Varianten haben weltweite Verbreitung und Bedeutung.

Weißweinsorten:

Gelber Muskateller, französisch muscat blanc à petits grains

Roter Muskateller

Tafeltraubensorten:

Muscat de Hambourg

Muscat d’Alexandrie (Muscat of Alexandria)

Der Muskateller ist eine der ältesten Weißweinsorten, von der es eine große Anzahl von Variationen gibt.  Zurzeit können über zweihundert Vertreter der Muskatellerfamilie nachgewiesen werden. Vermutlich liegt der Ursprung der Rebsorte in Kleinasien. Phönizische und griechische Kolonisten verbreiteten den Muskateller im östlichen Mittelmeergebiet. Später schätzten die Römer den griechischen passum als besonders edlen Wein. Nach Mittel- und Nordeuropa gelangte Muskatellerwein durch die Intensivierung des Fernhandels im 12. Jahrhundert. Venedig spielte eine besondere Mittlerrolle zwischen Orient und Okzident und kontrollierte mehrere Inseln im östlichen Mittelmeer, auf denen Muskatellerwein angebaut wurde. In den Quellen wird der Muskateller häufig auch „griechischer Wein“ oder „Zypernwein“ genannt. Nicht nur über den Fernhandel, sondern auch durch Pilgerfahrten und Kreuzzüge verbreiteten sich Südweine als Handelsware in Europa. Kaiser Barbarossa schätzte diesen Wein, der auch im Nibelungenlied erwähnt wird. Der leichte Weißwein wird durch seine feinfruchtige Säure und sein typisch intensives, aber nicht aufdringliches Muskatbukett charakterisiert.

Pinot gris (Grauburgunder, Ruländer, Pinot Grigio)

Pinot gris (französisch) ist eine Weißwein-Rebsorte. Ruländer ist der Name, unter dem die Rebsorte in Deutschland klassifiziert ist, Grauer Burgunder und Grauburgunder sind für deutsche Weine dieser Sorte zulässige Synonyme. Obwohl die Beerenhaut rötlich bis rot und grau gefärbt ist, wird sie den Weißweinsorten zugeordnet. Seit den 1980er Jahren erlangte die Rebsorte auch unter ihrem italienischen Namen Pinot grigio große Bekannt- und Beliebtheit in Deutschland.

Die Sorte ist vermutlich aus dem Burgund oder aus der Champagne nach Deutschland gebracht worden. Karl IV. brachte die Sorte 1375 nach Ungarn (Plattensee). 1568 wurde sie von Lazarus von Schwendi vom Plattensee ins Elsass und zum Kaiserstuhl gebracht. Davon unabhängig fand 1711 Johann Seeger Ruland sie in einem verwilderten Weingarten des Assessors Seuffert in der Streifergasse in Speyer und verbreitete sie. Viele Winzer wie Jakob Weidle erkannten ihre Vorzüge und kultivierten die Reben weiter, was zu einer raschen Ausbreitung der Sorte führte.

Nach Österreich wurde die Rebe von Zisterziensermönchen aus dem Burgund im 13. oder 14. Jahrhundert gebracht. Daher kommt auch das Synonym Grauer Mönch. Die größte Verbreitung in Österreich hat die Sorte im nördlichen Burgenland und in der Steiermark.

Pinot gris ist eine Mutation des Pinot noir aus der Familie der Burgunder in Frankreich.

Der Grauburgunder liefert säurearme, aber körper- und extraktreiche Weißweine mit einem in der Regel eher hohen Alkoholgehalt.

Die aus dem Pinot gris gekelterten Weine besitzen meistens eine kräftige goldgelbe Farbe, bei sehr guten Qualitäten kann man manchmal auch leichte Brauntöne wahrnehmen. Der Pinot gris weist einen leichten Apfelton auf und hat eine schöne Frische. Man kann ihn als Aperitif oder zu Fischgerichten trinken.

In Baden und der Pfalz haben sich zwei Stile für den Ausbau dieser Rebsorte etabliert. Der traditionelle Ausbau aus sehr reifen und zum Teil edelfaulen Trauben (durch den Pilz Botrytis cinerea) führt zum „Ruländer“, einem schweren süßen Wein mit Botrytis-Ton. Seit Mitte der 1990er Jahre begann ein für diese Anbaugebiete neuer Stil den traditionellen Ruländer zu verdrängen. Hierbei werden die Trauben früher gelesen und nur gesunde Trauben verwendet. Es entsteht ein Wein mit mehr Säure und weniger Süße von elegantem Geschmack, der sich gut als Essensbegleiter eignet. Dieser neue Stil wird heute in Deutschland allgemein als „Grauburgunder“ bezeichnet.

Die Rebsorte eignet sich auch sehr gut, um daraus Roséweine herzustellen, was längere Maische-Standzeiten erfordert. In Venetien ist dieser Wein recht populär und wird dort als Ramato bezeichnet.